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Eine Stehende Welle ist ein Sonderfall der Interferenz zweier Wellen gleicher Frequenz, Amplitude und Polarisationsrichtung, die sich im selben Medium in entgegengesetzter Richtung ausbreiten. Ihre Überlagerung führt zu einem nicht divergierenden System von Schwingungen, in dem abwechselnd Bereiche maximaler Verstärkung (Pfeile) und totaler Auslöschung (Knoten) zu beobachten sind. Ein charakteristisches Merkmal einer stehenden Welle ist, dass die Energie nicht in Ausbreitungsrichtung durch das Medium übertragen wird, sondern lokal um Gleichgewichtspunkte schwingt.
Mathematisch wird eine stehende Welle als Summe zweier entgegengesetzter harmonischer Wellen beschrieben. Ihr räumliches Profil bleibt über die Zeit konstant, während die Amplitude der Schwingung an einzelnen Punkten periodisch in Abhängigkeit von der Zeit variiert. Die Knotenpunkte der Welle sind die Orte, an denen die Schwingungsamplitude zu jedem Zeitpunkt gleich Null ist, während die Pfeile die Punkte maximaler Auslenkung sind, an denen sich die mechanische oder elektromagnetische Energie lokal konzentriert.
Das Phänomen der stehenden Welle tritt in verschiedenen Bereichen der Physik auf, darunter Akustik, Optik, Elektronik und Wellenmechanik. In Wellenleitern, Übertragungsleitungen, Musikinstrumenten oder Resonatoren ist die Entstehung einer stehenden Welle meist auf die Reflexion der Welle an den Grenzen des Mediums oder die Diskontinuität der Impedanz zurückzuführen. Die Randbedingungen bestimmen die zulässigen Wellenlängen, was zu diskreten Resonanzmodi führt.
In der technischen Analyse wird eine stehende Welle u. a. durch den Stehwellenkoeffizienten (VSWR) beschrieben, der Auskunft über die Wirksamkeit der Impedanzanpassung in Hochfrequenzsystemen gibt. Das Vorhandensein einer starken stehenden Welle kann zu Energieverlusten, Signalverzerrungen und lokaler Überhitzung des Systems führen. Andererseits ermöglicht der bewusste Einsatz stehender Wellen in Resonanzsystemen eine präzise Frequenzabstimmung, Signalfilterung und Verstärkung von Schwingungen in bestimmten Bändern.
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