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Der Ferritspeicher ist eine Art nichtflüchtiger Arbeitsspeicher, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Computern verwendet wurde und in dem Informationen in Form von Magnetisierungselementen aus ferromagnetischem Material - Ferrit- gespeichert wurden. Diese Elemente hatten die Form von kleinen Ringen, durch die Drähte gezogen wurden, um das Schreiben und Lesen von Daten auf der Grundlage elektromagnetischer Phänomene zu ermöglichen. Jeder Kern repräsentierte ein Bit an Informationen, abhängig von der Richtung der Magnetisierung.
Das Schreiben in den Ferritspeicher bestand darin, einen Stromimpuls in den betreffenden Drähten zu erzeugen, der eine Änderung des magnetischen Zustands des jeweiligen Kerns bewirkte. Das Auslesen war destruktiv - es musste ein Impuls eingefügt werden, der den aktuellen Zustand des Kerns zurücksetzte, gefolgt von einem erneuten Schreiben, wenn das Bit gesetzt war. Die Ausleseinformation wurde im Auslesedraht auf der Grundlage der induzierten Spannung erzeugt, die aus der Änderung des magnetischen Flusses resultierte.
Der Ferritspeicher zeichnete sich durch hohe Störfestigkeit, lange Lebensdauer und Zuverlässigkeit aus, auch unter industriellen oder militärischen Bedingungen. Er hatte auch den Vorteil, dass er Daten über lange Zeiträume ohne Stromzufuhr speichern konnte, was ihn von den heutigen dynamischen RAM unterscheidet. Nachteilig waren dagegen die relativ hohen Produktionskosten und die begrenzte Speicherdichte, die auf die physische Größe der Ferritkerne und die Komplexität ihrer Verflechtung mit Drähten zurückzuführen ist.
Diese Technologie wurde in den 1970er Jahren von Festkörperspeicherchips abgelöst, die eine höhere Kapazität, geringere Größe und höhere Geschwindigkeit boten. Nichtsdestotrotz hat der Ferritspeicher in der Geschichte der Computerentwicklung eine Schlüsselrolle gespielt und wurde in Systemen wie dem IBM System/360 sowie in Bordcomputern für Weltraummissionen wie dem Apollo-Programm eingesetzt.
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