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Sublimation ist der Prozess der Phasenumwandlung, bei dem ein Stoff unter Umgehung der flüssigen Phase direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergeht. Das Phänomen tritt auf, wenn der Sättigungsdampfdruck des festen Stoffes bei einer Temperatur unterhalb des Schmelzpunktes einen Wert erreicht, der dem Umgebungsdruck entspricht. Die Sublimation erfordert die Zufuhr ausreichender Wärmeenergie, um die Kohäsionskräfte zwischen den Molekülen in der festen Phase zu überwinden und gleichzeitig den Übergang in die Gasphase ohne Zwischenverflüssigung zu ermöglichen.
Dieser Prozess ist charakteristisch für einige Stoffe mit besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften, wie einem niedrigen Schmelzpunkt und einem relativ hohen Dampfdruck im festen Zustand. Beispiele für Stoffe, die sublimieren, sind Jod, Trockeneis (festes Kohlendioxid) und Kampfer. In der Industrie und im Labor wird die Sublimation als Technik zur Reinigung von Stoffen eingesetzt, da Verunreinigungen in der Regel nicht sublimieren und im festen Zustand verbleiben.
Aus thermodynamischer Sicht handelt es sich bei der Sublimation um einen Phasenübergang erster Ordnung, der Absorption der Sublimationswärme - der Energiemenge, die erforderlich ist, um eine Masseneinheit eines Stoffes bei konstantem Druck von einem festen in einen gasförmigen Zustand zu überführen. In technischen Anwendungen wird die Sublimation unter anderem beim Sublimationsdruck, bei der Herstellung von Halbleiter-Dünnschichten und bei kryogenen Prozessen eingesetzt. In der Natur lassen sich natürliche Sublimationsprozesse zum Beispiel im Wasserkreislauf bei niedrigen Temperaturen beobachten, wo sich Eis oder Schnee direkt in Wasserdampf umwandelt. In der Werkstofftechnik und -chemie spielt die Sublimation eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der physikalischen Eigenschaften von Festkörpern und bei der Entwicklung von Verdampfungs- und Dünnschichtabscheidungsverfahren.
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