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Die unvollständige Entladung ist ein lokales elektrisches Phänomen, das in dielektrischen Isolierungen auftritt und in einer teilweisen Durchdringung des Isoliermaterials unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes besteht, dessen Intensität lokal die Durchschlagsfestigkeit des betreffenden Mediums übersteigt. Im Gegensatz zur vollständigen Entladung (vollständige Durchdringung) bedeckt die unvollständige Entladung nicht die gesamte Dicke der Isolierung und führt nicht direkt zu einem Kurzschluss zwischen Kabeln oder zu einem Kurzschluss. Es handelt sich jedoch um einen schädlichen Prozess, da er langfristig zu einer Verschlechterung der Isoliermaterialien und zu einem Ausfall der Geräte führen kann.
Dieses Phänomen kann in verschiedenen Formen auftreten, z. B. als Korona-, Oberflächen- und innere Entladungen oder um gasförmige Einschlüsse und strukturelle Defekte im Isoliermaterial. Unvollständige Entladungen erzeugen Stromimpulse von sehr kurzer Dauer und hoher Frequenz, begleitet von der Emission von Schall, ultraviolettem Licht und Gasen wie Ozon. Wiederholte Entladungen können zu einer allmählichen Verschlechterung der Eigenschaften des Isolators, zur Verkohlung der Oberfläche, zur Bildung von Mikrorissen und zur Entstehung von Leitungskanälen führen.
Die Erkennung und Analyse unvollständiger Entladungen ist ein wichtiges Element bei der Diagnose von Energieanlagen wie Transformatoren, Kabeln Hochspannungsleitungen, Schaltanlagen oder Generatoren. Die Erkennung erfolgt in der Regel mittels elektrischer, akustischer, optischer oder funktechnischer Methoden, und zu den bewerteten Parametern gehören Intensität, Wiederholbarkeit und Ort der Erscheinung. Die IEC 60270 definiert Standardverfahren zur Messung unvollständiger Entladungen in Hochspannungsisolierungen.
In der Elektrotechnik gelten unvollständige Entladungen als Frühsignal für Isolationsverschleiß oder -schäden, so dass ihre Überwachung die Grundlage für eine vorausschauende Wartung und Zustandsbewertung von Hochspannungsanlagen bildet.
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