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Pyrometer sind Geräte, die eine berührungslose Temperaturmessung ermöglichen. Aufgrund ihres breiten Messbereichs und ihrer Geschwindigkeit finden sie in zahlreichen Anwendungen Verwendung: Heiz- und Kühlsysteme, HVAC, Transport (insbesondere bei der Wartung von Fahrzeugen, nicht nur Autos), in der Lebensmittel-, Pharma- und sogar in der Energieindustrie. Wichtig ist, dass diese Messmethode die Untersuchung rotierender Elemente (Erkennung von Reibungspunkten), spannungsführender Verbindungen (Abschnitte mit erhöhtem Widerstand) oder Objekte in gefährlichen Bereichen ermöglicht. Angesichts dieses breiten Anwendungsspektrums werfen wir einen Blick auf die Funktionalität von Pyrometern und ihre grundlegenden Merkmale.
Pyrometer nutzen das Phänomen der Wärmestrahlung zur Temperaturmessung. Alle Körper, deren Temperatur über dem absoluten Nullpunkt liegt, emittieren elektromagnetische Wellen. Ihre Wellenlänge liegt im Bereich des Infrarotlichts (IR). Durch die Messung der Intensität dieser Strahlung kann die Temperatur des Objekts mit hoher Genauigkeit geschätzt werden. Bei Pyrometern wird hierfür ein optoelektronisches, lichtempfindliches Element verwendet. Um sicherzustellen, dass die Messung in einem bestimmten Bereich erfolgt, werden die IR-Strahlen mithilfe einer einfachen Linse auf die lichtempfindliche Oberfläche fokussiert. Die Daten werden von einem A/D-Wandler und einer speziell programmierten Schaltung verarbeitet.
Die Haupt- und offensichtlichste Unterteilung der Pyrometer hängt mit ihrem Verwendungszweck und ihrer Bauweise zusammen. Obwohl das Funktionsprinzip bei allen Geräten gleich ist, unterscheiden sie sich in Präzision und Funktionalität (wie weiter unten beschrieben).
Am häufigsten sind handgehaltene Pyrometer, bei denen das Messelement an einem Griff angebracht ist. In den meisten Modellen enthält der Griff ein Batteriefach, und im oberen Bereich befindet sich ein Abzug, der zur Aktivierung der Messung dient. Dadurch kann das Gerät mit einer Hand bedient und leicht auf das zu untersuchende Objekt ausgerichtet werden. Am Griff befindet sich das Pyrometer-Modul mit der Linse, und auf der Bedienerseite gibt es ein Display (meistens LCD), das die Ergebnisse und Einstellungen anzeigt, sowie Tasten zur Anpassung dieser Einstellungen. Das Format und die Bedienung tragbarer Geräte sind nahezu einheitlich, unabhängig von ihrem spezifischen Verwendungszweck. Die besonderen Funktionen dieser Geräte werden weiter unten beschrieben.
Bei Pyrometern, die in Automatisierungssystemen verwendet werden, ist das Messmodul wesentlich kompakter – so, dass es in verschiedenen Ausrichtungen und in engen Räumen installiert werden kann. Stromversorgung und Messdaten werden über standardisierte Industrieanschlüsse übertragen, sodass dieses Modul kein eigenständiges Gerät ist. In den meisten Fällen werden sie statisch angebracht. Da sie in der Lage sind, aus einer bestimmten Entfernung zu messen, und in einem relativ weiten Temperaturbereich arbeiten, werden sie in der Industrie eingesetzt, um die Temperatur von Öfen, extrem heißen Elementen oder in hochhygienischen Systemen (Lebensmittel-, Chemie-, Pharmaindustrie usw.) berührungslos zu messen. Da das lichtempfindliche Element an einen externen Controller angeschlossen ist, können die Messungen schneller (mit höherer Frequenz) als bei tragbaren Geräten durchgeführt werden.
Die Funktionalität von Pyrometern für Automatisierungssysteme hängt vom Modell ab: Sie können detailliert konfigurierbar sein oder als eine Art Temperatursensor fungieren. Bei tragbaren Modellen statten die Hersteller die Geräte mit einer Reihe von Funktionen aus, die das Sammeln von Messdaten erleichtern – insbesondere bei Routine- und regelmäßigen Aufgaben. Bei der Auswahl eines Pyrometers ist es ratsam, zu überlegen, wie erweiterte Funktionen des Modells die Ergonomie der Arbeit verbessern.
Zur Standardausstattung handgehaltener Pyrometer gehört ein Laserpointer, der die zu messende Fläche anzeigt. Es ist zu beachten, dass es sich dabei nicht um einen Punkt handelt. Aufgrund des Funktionsprinzips misst das Pyrometer die Intensität der Strahlung, die in einem bestimmten Bereich ausgesendet wird.
Die optischen Eigenschaften sind in der Bedienungsanleitung angegeben, damit der Benutzer weiß, aus welcher Entfernung die Messung durchgeführt werden soll. Das wichtigste Element dieser Spezifikation ist die optische Auflösung, die angibt, aus welchem Bereich elektromagnetische Wellen gesammelt werden, die der Messung zugrunde liegen. Das Infrarotlicht wird mithilfe einer Linse auf das lichtempfindliche Element fokussiert – das Sichtfeld des Pyrometers kann also als Kegel beschrieben werden, dessen Spitze sich am Messelement befindet und senkrecht zu seiner Oberfläche steht. Je weiter von der Linse entfernt, desto breiter wird der Bereich, aus dem das Infrarotlicht kommt (was die Messgenauigkeit bei größeren Abständen verringert). Bei den meisten Pyrometern zeigt der Laserstrahl die Höhe des Kegels an, aber einige Modelle senden zusätzliche Strahlen aus, die den Umfang seiner Basis markieren und dem Benutzer zeigen, welche Fläche gemessen wird. Dies ist besonders wichtig beim Sammeln von Daten in komplexen Heiz-, Kühl- und HVAC-Installationen, wo Rohre und Leitungen dicht beieinander liegen.
In Bezug auf Faktoren, die das Messergebnis beeinflussen, ist zu beachten, dass nahezu alle Körper Infrarotstrahlung aus anderen Quellen reflektieren (ähnlich wie sichtbares Licht), sodass die Umgebungstemperatur die Messergebnisse in gewissem Maße (meist geringfügig) beeinflusst.
In einigen Situationen interessiert den Benutzer des Pyrometers nicht die genaue Temperatur, solange diese nicht die festgelegten Grenzwerte überschreitet. Dies ist beispielsweise bei regelmäßigen Inspektionen der Fall, wenn überprüft wird, ob bestimmte Bereiche oder Elemente des Systems nicht überhitzt oder unterkühlt sind. Deshalb ermöglichen es einige Pyrometermodelle, Grenzwerte einzustellen und einen akustischen und/oder visuellen Alarm auszulösen, wenn die gemessene Temperatur außerhalb des festgelegten Bereichs liegt. Diese einfache Funktion beschleunigt viele Wartungs- und Servicearbeiten erheblich.
Bei Messungen an Objekten mit variabler Temperatur (z.B. thermoregulierende Komponenten, Punkte in HVAC-Systemen) ist eine Funktion hilfreich, die es dem Gerät ermöglicht, die Extremwerte zu speichern, die in einem bestimmten Zeitraum erfasst wurden. Die MIN- und MAX-Funktionen zeigen die niedrigste und höchste Temperatur, die das Gerät während des Drückens des Abzugs gemessen hat. Zusätzlich gibt es oft eine Durchschnittsfunktion (AVG), die beispielsweise bei der Messung sehr großer Flächen nützlich ist, wie hydraulische/pneumatische Leitungen oder Photovoltaik-Panels, um Gesamtausfälle zu schätzen und die Leistung zu optimieren.
Wenn das Pyrometer häufig und regelmäßig verwendet wird, z.B. bei Inspektionen großer Installationen, kann es sich lohnen, in ein Gerät mit erweiterten Funktionen zu investieren, das über einen integrierten Speicher und die Möglichkeit zum Export der Ergebnisse an einen Computer (zur weiteren Verarbeitung, Erstellung eines Berichts usw.) verfügt. Solche Modelle kommunizieren über drahtlose Protokolle (Bluetooth, WiFi), gängige Anschlüsse (USB), und manchmal unterstützen sie austauschbare Speicherkarten. Die gesammelten Informationen können leicht in eine Datei exportiert und analysiert oder zur Erstellung eines Berichts verwendet werden.
Bei der Auswahl eines Pyrometers sind neben den oben beschriebenen Funktionen mehrere Schlüsselfaktoren zu berücksichtigen. Der erste ist natürlich der Messbereich, der angibt, in welchem Temperaturbereich das Gerät arbeitet. Auch die Messauflösung ist entscheidend. Darüber hinaus ermöglichen die meisten Geräte eine einstellbare Emissionsgradkorrektur (bestimmt z.B. durch Material, Aggregatzustand, Textur und Beobachtungswinkel des gemessenen Objekts).
Zu den persönlichen Vorlieben gehören die Größe und das Gewicht des Geräts sowie die Diagonale des Displays. Es ist auch wichtig zu beachten, ob mit dem Pyrometer Zubehör wie Sonden, Thermoelemente, Hüllen oder Transportkoffer geliefert wird. Wenn das Gerät relativ häufig verwendet wird, kann es sinnvoll sein, in ein wiederaufladbares Akku-betriebenes Gerät zu investieren. Bei Geräten, die in professionellen Umgebungen eingesetzt werden, ist die Kalibrierzertifizierung des Sensors ein wichtiger Faktor. Es ist auch ratsam, auf die Schutzklasse (Dichtheit) zu achten, die oft sehr hoch ist (z.B. IP65), was den Einsatz unter schwierigen Bedingungen ermöglicht.
Was Pyrometer zur Montage in der Industrieautomatisierung oder zur Überwachung anderer Systeme betrifft, ist neben den erwähnten Parametern die Schnittstelle des Geräts entscheidend. Viele dieser Produkte können über gängige industrielle Standards wie Profibus oder RS485 kommunizieren.
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